Kindheit und frühe Jahre
Jared Leto wurde am 26. Dezember 1971 in Bossier City, Louisiana, geboren. Seine Mutter Constance Leto gehörte der Hippiebewegung an und zog mit ihren Söhnen Jared und seinem älteren Bruder Shannon mehrfach um – unter anderem lebte die Familie zeitweise in Haiti und in verschiedenen Kommunen. Diese unkonventionelle Kindheit prägte Jareds künstlerische Ader früh. Er studierte zunächst Bildende Kunst an der University of the Arts in Philadelphia, brach das Studium jedoch ab, um seiner Leidenschaft für die Schauspielerei an der School of Visual Arts in New York City nachzugehen. Während des Studiums produzierte und spielte er in seinem eigenen Kurzfilm „Crying Joy“ mit.
1992 zog Leto nach Los Angeles, ursprünglich mit dem Ziel, Regisseur zu werden. Doch es kam anders: Nach Gastauftritten in Serien wie „Alle meine Kinder“ gelang ihm 1994 der Durchbruch mit der Rolle des Jordan Catalano in der Kultserie „My So-Called Life“. Die Serie machte ihn zum Teenager-Idol und öffnete ihm die Türen nach Hollywood. Kurz nach dem Ende der Serie gab er sein Kinodebüt in „Ein amerikanischer Quilt“ an der Seite von Winona Ryder. Es folgten Hauptrollen in weniger erfolgreichen Filmen wie „The Last of the High Kings“ und „Steve Prefontaine“, bevor er 1998 mit dem Horrorfilm „Düstere Legenden“ endgültig den Durchbruch schaffte.
Der schauspielerische Durchbruch
Im Jahr 1998 ergatterte Leto nicht nur eine Hauptrolle in „Düstere Legenden“, sondern gründete auch seine Band „30 Seconds to Mars“. Beide Projekte sollten seinen Karriereweg nachhaltig prägen. Der Film machte ihn zum gefeierten Teenidol, während die Band ihm langfristig musikalischen Erfolg bescherte. Im selben Jahr war er in dem für sieben Oscars nominierten Kriegsfilm „Der schmale Grat“ zu sehen. 1999 spielte er an der Seite von Robert Downey Jr. in „Black and White“ und in Nebenrollen in den Kultfilmen „Fight Club“ (als Angel Face) und „Girl, Interrupted“. Seine Rolle in „Fight Club“ – ein aufgeschwemmter, selbstgefälliger Jüngling, der von Brad Pitts Figur brutal verprügelt wird – blieb im kollektiven Gedächtnis haften.
2000 folgte eine weitere bemerkenswerte Rolle in dem Drama „Requiem for a Dream“. Für diese Darstellung eines Heroinsüchtigen nahm Leto knapp 13 Kilo in einer selbstauferlegten Hungerkur ab, lebte auf der Straße und verzichtete zwei Monate auf sexuelle Kontakte mit seiner damaligen Verlobten Cameron Diaz. Er bezeichnete diese Vorbereitung später als sadomasochistischen Akt, das Härteste, was er je getan habe. Das düstere Drama gilt bis heute als eines der eindrucksvollsten Werke der 2000er Jahre. Im selben Jahr spielte er in „American Psycho“ die Rolle des Paul Allen, der auf brutale Weise von Christian Bales Figur ermordet wird.
Die Band 30 Seconds to Mars
Parallel zu seiner Filmkarriere widmete sich Leto intensiv seiner Band. Das Debütalbum von 30 Seconds to Mars erschien 2002. Es dauerte drei Jahre, bis das zweite Studioalbum „A Beautiful Lie“ folgte, das sich weltweit über vier Millionen Mal verkaufte. Die Band tourte durch Europa und trat auf Festivals wie Roskilde und Rock am Ring auf. Leto übernahm nicht nur den Gesang, sondern schrieb den Großteil der Songs und begann ab 2006 auch, die Musikvideos der Band zu inszenieren – unter den Pseudonymen Bartholomew Cubbins (angelehnt an eine Figur aus Dr. Seuss‘ Kinderbüchern) und Angakok Panipaq. Für das Video zu „The Kill“ erhielt er einen MTV Video Music Award.
2012 drehte Leto die Dokumentation „Artifact“, die den Rechtsstreit zwischen 30 Seconds to Mars und der Plattenfirma EMI thematisiert. Der Film beleuchtet die Machtverhältnisse in der Musikindustrie und zeigt Letos Entschlossenheit, künstlerische Freiheit zu verteidigen. 2014 folgte die Dokumentarserie „Into the Wild“, die die gleichnamige Tour der Band begleitete. Die Band veröffentlichte weitere Alben wie „This Is War“ (2009) und „Love, Lust, Faith and Dreams“ (2013) und festigte ihren Ruf als eine der erfolgreichsten Rockbands des 21. Jahrhunderts.
Der Oscar-Erfolg und weitere Filmrollen
Nach einer Reihe von Filmen, die teils polarisierten – wie „Panic Room“ (2002), „Alexander“ (2004), „Lord of War – Händler des Todes“ (2005) und „Lonely Hearts Killers“ (2006) – übernahm Leto 2007 die Rolle des Mörders von John Lennon in „Chapter 27“. Während seine Darbietung viel Lob erhielt, floppte der Film. Gleichzeitig lehnte er eine Rolle in Clint Eastwoods „Flags of Our Fathers“ ab, um mehr Zeit für seine Band zu haben. Diese Entscheidung zeigte, dass ihm die Musik mindestens ebenso wichtig war wie die Schauspielerei.
2009 war Leto in der Science-Fiction-Produktion „Mr. Nobody“ zu sehen, einem philosophischen Film über Zeit und Entscheidungen. Der ganz große Karriereschub gelang ihm jedoch erst 2013 mit dem Drama „Dallas Buyers Club“, für das er einen Oscar als Bester Nebendarsteller sowie einen Golden Globe gewann. Für die Rolle des transgeschlechtlichen Rayon nahm Leto erneut drastisch ab und verwandelte sich in eine fragile, aber starke Figur. Der Film war ein Kritiker- und Publikumserfolg und festigte Letos Ruf als wandlungsfähigen Charakterdarsteller.
In den folgenden Jahren war er unter anderem als Joker in „Suicide Squad“ (2016) zu sehen, eine Rolle, die kontrovers aufgenommen wurde. Regisseur David Ayer äußerte später Reue über die kreative Ausrichtung des Jokers im Film. Leto kehrte 2021 in der Snyder-Cut-Version von „Justice League“ als Joker zurück. Weitere bemerkenswerte Filme sind „Blade Runner 2049“ (2017), in dem er den skrupellosen Wissenschaftler Niander Wallace spielte, und „House of Gucci“ (2021), wo er an der Seite von Lady Gaga eine markante Nebenrolle übernahm.
Geschäftliche Unternehmungen und soziales Engagement
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Jared Leto auch als Geschäftsmann aktiv. 2010 gründete er ein Unternehmen, das Konzerte und Festivals organisiert. Er investierte in die Fluggesellschaft Surf Air und startete 2011 den Videostreamingdienst VyRT, der es Künstlern ermöglicht, ihre Live-Auftritte direkt online zu streamen. VyRT entstand aus Frustration über die Schwierigkeiten, die 30 Seconds to Mars hatte, wenn sie eigene Auftritte im Internet zeigen wollten.
Leto ist bekennender Veganer und setzt sich politisch für Tierrechte ein. 2008 unterstützte er Barack Obama bei der Präsidentschaftswahl und engagiert sich für die gleichgeschlechtliche Ehe. Er ist bei mehreren wohltätigen Organisationen aktiv, darunter das Barbara Davis Center for Childhood Diabetes und die Organisation Aid Still Required, die humanitäre Hilfe in von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten leistet. Sein soziales Engagement zeigt, dass er seine Prominenz nutzt, um auf wichtige gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen.
Privatleben und Beziehungen
Jared Leto ist bekannt dafür, sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Von 2000 bis 2002 war er mit Schauspielerin Cameron Diaz verlobt. Seitdem wurden ihm Beziehungen zu verschiedenen Frauen nachgesagt, doch bestätigt hat er kaum etwas. Er lebt einen asketischen Lebensstil, reist viel und widmet sich intensiv seinen kreativen Projekten. Seine Verwandlungskunst – sowohl physisch als auch psychisch – bleibt eines seiner Markenzeichen.
Letos Vielseitigkeit zeigt sich auch darin, dass er immer wieder neue Wege geht: Er inszeniert nicht nur seine Musikvideos, sondern auch Dokumentationen, tritt als DJ auf und experimentiert mit digitalen Formaten. Seine Karriere ist ein Beispiel dafür, wie man künstlerische Grenzen sprengen und gleichzeitig kommerziellen Erfolg haben kann.
Source: Serienjunkies News