Der Feierabend ist die perfekte Zeit, um sich mit anregenden Inhalten zu beschäftigen, die über den Arbeitsalltag hinausreichen. In dieser Ausgabe unserer Medientipps empfehlen wir drei Werke, die in unterschiedlichen Formaten aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen aufgreifen: eine Filmfortsetzung, die die Medienbranche und den Techkapitalismus seziert, einen Podcast, der schonungslos die Schwächen der deutschen Wirtschaftspolitik analysiert, und ein Buch, das die Zukunft der Raumfahrt zwischen Staat und Privatwirtschaft neu bewertet.
Was zum Schauen: Der Teufel trägt Prada 2
Die Fortsetzung des Kultfilms aus dem Jahr 2006 nimmt die Zuschauer mit zurück in die glamouröse, aber gnadenlose Welt der Modemagazine. Die eiskalte Chefin Miranda Priestley (Meryl Streep) und ihre ehemalige Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway) treffen 20 Jahre später unter völlig veränderten Vorzeichen aufeinander. Die Medien- und Luxuskrise, der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz und die neuen Sitten des progressiven Techkapitalismus haben die Branche radikal verändert. Während Andy als idealistische Journalistin einen anderen Weg eingeschlagen hat, kämpft Miranda um den Erhalt ihres legendären Magazins „Runway“. Ein böser Businesstwist zwingt die gealterte Crew wieder zusammen. Die selbstironische Handlung spielt mit der Angst vor Statusverlust und Relevanz – ein Gefühl, das eine ganze Generation umtreibt. Besonders amüsant sind die Parallelen zu realen Tech-Milliardären: Figuren, die an Jeff Bezos, MacKenzie Scott oder Lauren Sánchez erinnern, treiben die Handlung voran. Der Film kombiniert scharfsinnige Gesellschaftskritik mit dem gewohnten Luxus und den bissigen Dialogen. Das Finale mag märchenhaft erscheinen, aber die Botschaft ist ernst: Nur durch das Mäzenatentum der Superreichen kann der Kunstsinn vor der Kommerzialisierung gerettet werden. Ein unterhaltsamer, aber auch nachdenklich stimmender Blick auf die Machtverhältnisse in der modernen Medienwelt. Aktuell in den Kinos.
Was zum Hören: Beyond The Obvious (BTO) mit Daniel Stelter
Daniel Stelter, ehemaliger Senior Partner bei der Boston Consulting Group und heute unabhängiger Volkswirt, gilt als einer der kundigsten und sachlichsten Kritiker der deutschen Wirtschaftspolitik. Sein Podcast „Beyond The Obvious“ erscheint wöchentlich und bietet tiefgehende Analysen zu volkswirtschaftlichen und technischen Themen. Stelter scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: In seinem aktuellen Buch „Absturz. So retten wir Deutschland“ warnt er vor den globalen Risiken und den hausgemachten Versäumnissen. Sein Podcast geht mit über 380 Folgen weit über die Schlagzeilen hinaus. Er diskutiert mit Fachleuten über Benchmarking, Eurobonds, die Systemkosten der Energiewende und viele weitere Themen. Dabei bleibt er stets neugierig, nachbohrend und sachlich, ohne in Polemik zu verfallen. Seine Analysen sind besonders wertvoll, weil er komplexe Zusammenhänge verständlich macht und zugleich konkrete Reformvorschläge präsentiert. In einer Zeit, in der viele nach einfachen Lösungen suchen, bietet Stelter eine fundierte Grundlage für eine differenzierte Auseinandersetzung mit den drängendsten wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Der Podcast ist eine Pflichtlektüre für alle, die verstehen wollen, warum die deutsche Wirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat und welche Wege aus der Krise führen könnten.
Was zum Lesen: Weltraumkapitalismus von Rainer Zitelmann
Die Mondlandung von 1969 galt lange als Triumph staatlicher Planung. Die Ökonomin Mariana Mazzucato hat dieses Narrativ in den letzten Jahren wiederbelebt und fordert, dass der Staat nach dem Vorbild der Apollo-Mission große Innovationsprojekte steuern soll. Genau gegen diese These wendet sich der Publizist und Unternehmer Rainer Zitelmann in seinem neuen Buch „Weltraumkapitalismus“. Pünktlich zum Mega-IPO von SpaceX zeigt er auf, warum die NASA nach ihrem größten Erfolg von ihrem Kurs abkam und US-Astronauten schließlich nur noch mit russischen Raketen ins All fliegen konnten. Zitelmann schildert die technischen und persönlichen Antriebskräfte der privaten Raumfahrer – von Elon Musk über Jeff Bezos bis Richard Branson. Er argumentiert, dass die großen Chancen im All nur mit privatwirtschaftlicher Initiative erschlossen werden können. Der Staat habe zwar eine wichtige Rolle bei der Grundlagenforschung, aber für kommerzielle Durchbrüche seien unternehmerischer Mut und Risikobereitschaft unerlässlich. Das Buch bietet eine spannende Reise durch die Geschichte der Raumfahrt, ergänzt um aktuelle Beispiele wie die Starship-Entwicklung von SpaceX oder die kommerziellen Mondmissionen von Blue Origin. Zitelmanns klare Botschaft an die Entscheider in Brüssel und Berlin: Wer auf die Innovationskraft privater Unternehmen setzt, wird die Zukunft im All gewinnen. Der Autor zeigt, dass der Wettlauf ins All nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der Wirtschaftssysteme ist. Sein Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte über die Rolle des Staates in der Innovationsförderung und ein Plädoyer für mehr unternehmerische Freiheit. Zitelmann gelingt es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Technologie, Wirtschaft und Politik allgemeinverständlich darzustellen, ohne auf die nötige Tiefe zu verzichten. Ein Muss für jeden, der die Zukunft der Raumfahrt verstehen will.
Source: Manager Magazin News